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Mobilsfera-Redaktion
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WhatsApps Kehrtwende beim Status zeigt: Snapchat zu kopieren ist keine Strategie

Der Text-Status kehrt zurück, nachdem er durch eine Funktion im Snapchat-Stil ersetzt wurde. Das Klonen fremder Formate ersetzt nicht, den Nutzern zuzuhören, wie sie die App tatsächlich verwenden.

Veröffentlicht
24. Oktober 2026
Lesezeit
3 min
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Foto: Kristin Hardwick / Wikimedia Commons (CC0)

Was tut man, wenn man etwas, das den Leuten gefiel, durch etwas ersetzt, das alle anderen schon haben? Wenn man WhatsApp ist, wartet man offenbar ein paar Wochen, spürt die Stimmung und stellt das Alte leise wieder her.

Eine Einschränkung vorab: Die Unterlagen, die uns vorliegen, sind archivierte Artikel aus dem Jahr 2017, keine aktuelle Berichterstattung, und die relativen Zeitangaben darin („letzten Monat“) beziehen sich auf Anfang 2017. Wir behandeln die Episode als die Fallstudie, die sie ist; unsere Argumentation hängt nicht von aktuellen Zahlen ab.

Wie The Next Web berichtete, führte WhatsApp im Februar 2017 eine neue Status-Funktion ein, die Snapchat und Instagram Stories stark ähnelt. Fotos, Videos und GIFs mit Emojis, Text und Zeichnungen, die nach 24 Stunden verschwinden. Sie kam auf Kosten des alten reinen Text-Status.

Wenig später meldete Mashable, dass WhatsApp nach Rückmeldungen der Community die Textoption wieder einführt. Ein WhatsApp-Sprecher sagte, Nutzer vermissten ein dauerhaftes, rein textbasiertes Update; deshalb wurde es in den Bereich „Info“ des Profils verschoben, wo es neben den Kontaktnamen angezeigt wird.

Ein Format zu kopieren ist leicht, eine Gewohnheit zu kopieren nicht

Stories im Snapchat-Stil funktionieren, weil die Leute zu Snapchat gehen, um sich in Szene zu setzen: ein kurzer, glänzender Ausschnitt des Tages. WhatsApp ist ein anderer Ort. Man öffnet es, um mit Familie, Kollegen und der Gruppe zu sprechen. Eine kurze Zeile wie „bei der Arbeit“ oder „beschäftigt“ ist kein Inhalt, sondern ein Signal. Ein flüchtiges Video kann diese Aufgabe nicht erfüllen, denn es verschwindet nach 24 Stunden und verlangt, dass man etwas produziert.

Das ist unsere Lesart, und die Wortwahl des Unternehmens stützt sie: Das Schlüsselwort der Stellungnahme war „dauerhaft“. Die Nutzer wollten nicht weniger Funktionen. Sie wollten eine unaufwendige, passive Möglichkeit, etwas mitzuteilen, das stehen bleibt.

Die Korrektur ist aufschlussreich – und ein wenig zu glatt

Beachtenswert ist, was WhatsApp nicht getan hat. Das neue Status-Feature wurde nicht gestrichen. Das Unternehmen kündigte an, es weiterzuentwickeln, und verschob die alte Funktion in den Info-Bereich des Profils. Wir halten das für einen vernünftigen Kompromiss, aber auch für ein stilles Eingeständnis: Beide Funktionen erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse, und die erste Version des Redesigns behandelte die eine als Ersatz für die andere.

Bemerkenswert ist auch das Tempo. Laut Mashable erschien die Textoption zuerst in der Android-Beta; der Rollout für alle Android-Nutzer wurde binnen einer Woche versprochen, iOS sollte bald folgen. Schnelle Kehrtwenden sind ein gutes Zeichen, und uns sind sie lieber als ein Unternehmen, das eine Entscheidung ein Jahr lang verteidigt.

Produktteams sollten sich Notizen machen

Die Nutzer profitieren natürlich, wenn auch nur teilweise: Der alte Text-Status liegt nun an weniger prominenter Stelle. Das Hauptmerkmal eines Rivalen zu übernehmen, ist verlockend, wenn die ganze Branche es tut, und Mashable selbst fragte sich vorsichtig, ob die Leute der Snapchat-Klone in jeder Social-Media-App müde werden. So weit würden wir anhand eines einzigen Beispiels nicht gehen. Aber es scheint eine klare Lehre zu sein: Prüfen Sie, ob Ihre Nutzer den Trend wollen, bevor Sie entfernen, was sie bereits nutzen.

Unser Urteil: Die Kehrtwende ist eine gute Nachricht, und das Interessantere ist, dass sie überhaupt nötig war. 2017 platzierte WhatsApp die alte Textzeile im Bereich „Info“; die App kann sich seitdem verändert haben, prüfen Sie also Ihre eigenen Profileinstellungen. Und wer Apps entwickelt: erst ergänzen, dann ersetzen – und zuhören, bevor man neu gestaltet.

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