AirPods Pro 3 mit Android: Man bezahlt für halbe Ohrhörer
Apples Top-Ohrhörer behalten unter Android den Klang, verlieren aber die smarten Funktionen, die den Preis rechtfertigen. Käufer sollten das wissen, Android-Rivalen sollten die Abschottung nicht kopieren.
Foto: Burkhard Mücke / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Würden Sie einen Premiumpreis für Ohrhörer zahlen, wenn die besten Funktionen abgeschaltet bleiben, sobald Sie sie mit Ihrem Smartphone koppeln? Genau diese Frage stellen die AirPods Pro 3 allen, die ein Galaxy, ein Pixel oder ein anderes Android-Gerät nutzen. Unsere Antwort lautet klar: Nein. Und der Grund ist kein technischer, sondern eine Entscheidung.
Was man unter Android tatsächlich bekommt
Die Fakten sind recht eindeutig. Laut Refurb.me sind die neuen Gesundheitsfunktionen der Pro 3, also Herzfrequenzmessung, Trainingsaufzeichnung und Live-Übersetzung, nur unter iOS verfügbar und funktionieren unter Android nicht. In Mashables Test, der nach drei Wochen mit einem Android-Gerät entstand, nennt der Tester zusätzlich automatisches Umschalten, Conversation Boost und „Hey Siri“. Übrig bleiben Musik und Geräuschunterdrückung.
Fairerweise: Diese beiden Dinge sind sehr gut. Mashable bezeichnet die Pro 3 als die bislang am besten klingenden AirPods und sagt, die Geräuschunterdrückung neutralisiere Umgebungslärm auf überraschend hohem Niveau. Es ist also kein schlechtes Produkt, sondern ein gutes, bei dem ein großer Teil des Angebots weggesperrt ist.
Der Aufpreis bezahlt Funktionen, die man nicht erreicht
Die unbequeme Rechnung: Ohrhörer dieser Klasse werden über ihre Extras verkauft. Die wichtigsten Neuerungen dieser Generation sind eine Herzfrequenzmessung, die mit Trainings-Apps von Drittanbietern funktioniert, und die Echtzeit-Übersetzung. Unter Android zahlt man für beides und bekommt keines davon. Bleiben Klang und Geräuschunterdrückung, die man laut Mashable auch von ähnlich teuren Konkurrenten und sogar von den günstigeren AirPods Pro 2 bekommt.
Wir halten das für die eigentliche Geschichte, mehr als jede einzelne fehlende Funktion. Der Preis ändert sich nicht mit der Plattform, der Gegenwert aber schon. Wer das volle Paket erwartet und mit guten Ohrhörern samt Geräuschunterdrückung nach Hause geht, wurde schlecht bedient, was auch immer das Datenblatt sagt.
Apple könnte das ändern – also ist es eine Entscheidung
Das Belastendste: Apple hat bereits eine Brücke. Mashable weist darauf hin, dass Beats-Ohrhörer einen Chipsatz nutzen, der Google Fast Pair und „Mein Gerät finden“ von Google (Find My Device) unterstützt und dennoch Zugriff auf 80 Prozent der an Apples H2-Prozessor gebundenen Funktionen bietet. Die Powerbeats Pro 2 und die Fit Pro setzen diese Technik ein. Mit Fast Pair, so Mashable, wären die AirPods Pro 3 in weniger als 3 Sekunden mit einem Android-Smartphone verbunden.
Die Grenzen sind also kein Naturgesetz. Schon das Koppeln ist umständlich: Der Tester beschreibt ein zickiges Touchfeld, und danach muss man trotzdem manuell in die Bluetooth-Einstellungen. Wir lesen das als Abschottung mit Absicht, dieselbe Logik, die das automatische Umschalten zwischen Apple-Geräten an eine einzige Apple-Account-Anmeldung bindet, wie Apples eigene Supportseite es beschreibt. Das ist eine legitime Geschäftsstrategie. Aber eine, die Android-Käufer Geld kostet.
Unser Rat und eine Warnung an die Android-Konkurrenz
Wer ein iPhone nutzt, kann die AirPods Pro 3 bedenkenlos empfehlen. Das sagt auch Mashable. Wer Android nutzt oder zwischen den Plattformen wechselt, sollte sie auslassen. Mashables Alternativen sind Beats-Ohrhörer für alle, die zwischen iOS/macOS und Android wechseln, sowie Sonys WF-1000XM5 wegen der plattformübergreifenden Unterstützung. Wir haben keines dieser Modelle selbst getestet; das ist also ein Hinweis, keine Rangliste.
Die andere Hälfte des Arguments richtet sich an die Android-Hersteller. Es wird verlockend sein, Abschottung mit Abschottung zu beantworten: Die besten Ohrhörer funktionieren nur mit dem eigenen Smartphone vollständig. Wir halten das für einen Fehler. Android war stark, weil Zubehör offen ist, und die AirPods Pro 3 zeigen, was das Gegenteil den Kunden kostet: einen Premiumpreis für ein beschnittenes Produkt. Marken, deren Funktionen plattformübergreifend laufen, stehen neben diesem Beispiel gut da.
Fazit: großartige Ohrhörer, falsches Smartphone. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Sie das, wofür Sie zahlen, auch nutzen können.
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