Smartphone-Einbruch um 20 %: ein Preisproblem – Behalten ist die kluge Entscheidung
Die Auslieferungen sanken auf 254,7 Millionen Geräte, das schwächste dritte Quartal seit 2013. Steigende Kosten und Preisdruck vertreiben Käufer; vernünftig ist, das vorhandene Gerät zu behalten.
KI-generiertes Bild
Wie nennt man einen Markt, in dem kaum jemand zum Kauf des Produkts gezwungen ist und die Gerätepreise trotzdem weiter steigen? Im vergangenen Quartal lautete die Antwort bei Smartphones: ein Einbruch um 20 %.
Die weltweiten Auslieferungen sanken im dritten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 20 % auf 254,7 Millionen Geräte, wie Omdia mitteilt. Das ist das schwächste dritte Quartal seit 2013. Die vorläufigen Schätzungen des Unternehmens beschreiben, wie Semiconductor Today zusammenfasst, eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Rückgang von 6 % im Vorquartal.
Omdia verweist auf wachsenden Preisdruck und steigende Gerätekosten. Am stärksten eingebrochen seien die Schwellenländer. Zudem hätten große Massenmarkt-Hersteller auf Lagerprobleme reagiert, indem sie ihre Margen schützten und ihre Produktpaletten verkleinerten. Samsung und Apple gewannen Marktanteile, und iThinkDiff berichtet, dass die iPhone-Auslieferungen bei 56,5 Millionen stabil blieben.
Eine Preiskrise im Kostüm der Speicherknappheit
Die Speicherknappheit ist real, und Omdia selbst beschreibt das Quartal als Speicherkrise, die den Wettbewerb neu ordnet. Doch ein Komponentenmangel lässt die Nachfrage nicht von allein schrumpfen. Das geschieht erst, wenn die Kosten bei den Käufern ankommen und diese schlicht Nein sagen können.
Das ist der entscheidende Punkt. Den Berichten zufolge stiegen die Kosten, und die Hersteller stellten Margen in den Vordergrund. Wir verstehen das als Entscheidung: Werden die Bauteile teurer, kann man einen Teil der Kosten selbst tragen, die Ausstattung kürzen oder den Preis erhöhen. Die Branche könnte sich durchaus auf die dritte Option gestützt haben, mit der Folge, dass weniger Menschen in die Läden kommen. Die Daten sagen aber nicht, wie die einzelnen Marken diese Entscheidungen aufgeteilt haben; das ist daher unsere Interpretation und keine gemessene Tatsache.
Beachtenswert ist, wo der Schmerz ankam. Die Schwellenländer, in denen eine Preiserhöhung jeder Größe darüber entscheiden kann, ob überhaupt gekauft wird, traf es am härtesten. Ein Markt, der vom günstigen Ende der Produktpalette abhängt, bricht als Erster ein, wenn günstig nicht mehr günstig ist.
Die beiden Großen gewinnen durch Umstände, nicht durch Glanz
Es ist verlockend, Apples stabile Zahlen als Beleg für eine überlegene Strategie zu lesen. Wir wären vorsichtiger. Wenn die mittleren und unteren Preisklassen unter Druck geraten und Hersteller ihr Portfolio ausdünnen, greifen die Käufer, die noch kaufen, tendenziell zu Marken, denen sie vertrauen und die sie finanzieren können. Dazu passt, dass Samsung und Apple Marktanteile gewinnen. Es heißt nicht zwingend, dass eines der beiden Unternehmen wegen besserer Smartphones mehr verkauft.
Für Android liegt das Unangenehme im langen Schwanz des Marktes. Marken, die von Stückzahlen und dünnen Margen leben, haben am wenigsten Spielraum, einen Speicherschock aufzufangen. Wenn „Marge schützen“ zum Standardrezept aller wird, sind weniger Modelle, weniger Experimente und weniger aggressive Preise im unteren Segment zu erwarten. Das wäre eine schlechte Nachricht für alle, die Android gerade deshalb mochten, weil es ein ordentliches Smartphone für wenig Geld bot.
Gewinner ist, wer sein Smartphone ein weiteres Jahr behält
Nun zum Praktischen. Auslieferungen sind nicht dasselbe wie Verkäufe, doch ein Rückgang um 20 % legt nahe, dass viele Menschen ihr aktuelles Smartphone für gut genug hielten. Wir halten das für richtig.
Hält der Akku noch einen Tag durch, ist das Display intakt und erhält das Gerät weiterhin Software-Updates, spricht in einem Markt unter Kostendruck wenig für ein Upgrade. Warten kostet kaum etwas. Wer jetzt kauft, zahlt womöglich einen Aufschlag für einen Kostenschub, der anhalten kann oder nicht. Wir können nicht versprechen, dass die Preise sinken, und die von uns geprüften Berichte prognostizieren das auch nicht. Wer aber wartet, behält die Option; wer zahlt, gibt sie auf.
Die vernünftigen Schritte sind einfach:
- Den Akku tauschen, bevor das Smartphone ersetzt wird.
- Prüfen, wie viele Jahre Updates das eigene Modell noch erhält.
- Nur dann aufrüsten, wenn etwas tatsächlich defekt oder unsicher ist.
Unser Urteil: Dieses Quartal ist eine Warnung an die Hersteller, nicht an die Verbraucher. Omdia macht Preisdruck und steigende Kosten verantwortlich; unserer Lesart nach haben die Käufer auf die neuen Preisschilder geschaut und das alte Smartphone in der Tasche überzeugender gefunden. Will die Branche die Stückzahlen zurück, muss das nächste Upgrade weniger kosten als das letzte, statt Margen auf einem schrumpfenden Absatzberg zu verteidigen. Bis dahin ist das Festhalten am eigenen Smartphone offenbar das beste Angebot auf dem Markt.
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