Galaxy S27 Ultra: Der 5.700-mAh-Akku ist überfällig, kein Triumph
Samsung könnte beim Ultra endlich über 5.000 mAh hinausgehen, doch 14 % mehr sind bestenfalls Aufholen. Entscheidend ist, wie lange das Smartphone tatsächlich durchhält.
KI-generiertes Bild
Verdient eine Steigerung um 700 mAh Applaus, wenn Samsung dafür Jahre gebraucht hat? Wir meinen: ein höfliches Nicken, aber keine Parade.
Der jüngste Hinweis stammt aus der Zertifizierungsdatenbank von Safety Korea, wo mit Fotos Akkus aufgetaucht sind, die vermutlich zum Galaxy S27 Ultra und zum S27 Pro gehören. Wie Notebookcheck berichtet, sind die Kapazitäten auf den Bildern nicht lesbar, doch die chinesische 3C-Zertifizierung nannte bereits Nennwerte von 5.534 mAh für das Ultra und 5.087 mAh für das Pro. Diese entsprechen wahrscheinlich typischen Angaben von etwa 5.700 mAh und 5.200 mAh. Die zertifizierten Einheiten sind Vorserienmuster, und Samsung hat weder Preise noch Verfügbarkeit der Serie bekannt gegeben.
Überfällig bleibt überfällig
Sollten die typischen Werte stimmen, hätte das S27 Ultra laut GSMArena 700 mAh (14 %) mehr als die 5.000 mAh des Galaxy S26 Ultra. Derselbe Bericht stellt fest, dass Samsung bei seinen Ultra-Modellen seit Jahren bei 5.000 mAh geblieben ist. Selbst das kleinere S27 Pro läge mit 200 mAh (4 %) knapp darüber. Das ist die eigentliche Nachricht: kein mutiger Schritt nach vorn, sondern das mögliche Ende einer langen Stagnation.
Unsere These ist einfach: Der lange Stillstand bei der Kapazität war eine Entscheidung, und der Hauptgrund zur Freude ist, dass sie nun revidiert wird. Führungsstärke nennen wir das nicht. Wenn ein Unternehmen über mehrere Generationen seines teuersten Smartphones dieselbe Zahl beibehält, ist die Änderung eine Korrektur – und so sollte sie auch bewertet werden.
Der 7.000-mAh-Prototyp ist der spannende Teil
GSMArena ergänzt, Samsung habe angeblich einen Prototyp mit 7.000 mAh getestet, bevor man sich für eine kleinere Zelle entschied, um den S Pen zu behalten. Das ist als Bericht zu verstehen, nicht als bestätigte Tatsache. Wäre es wahr, hieße das etwas Unbequemes: Samsung hätte womöglich deutlich größer bauen können und entschied sich für den Eingabestift.
Ist das ein fairer Tausch? Für Menschen, die den S Pen wirklich nutzen, wahrscheinlich ja. Für alle anderen, die den Ultra-Preis zahlen, ist es schwerer zu vermitteln. Wir finden, Samsung sollte offen mit diesem Zielkonflikt umgehen, statt 5.700 mAh als Durchbruch zu vermarkten. Das ermutigendere Signal ist der gerüchteweise geplante Einsatz von Silizium-Kohlenstoff-Zellen, die laut Sammyfans mehr Kapazität ermöglichen könnten, ohne die Geräte deutlich dicker zu machen. Auch das ist nur ein Gerücht, und Samsung hat diese Akkudetails nicht bestätigt.
Kapazität ist keine Laufzeit, und das Laden bleibt gleich
Eine größere Zahl zählt nur, wenn daraus zusätzliche Stunden werden. Das hängt unserer Ansicht nach von Chip, Display und Software-Abstimmung ab – nichts davon lässt sich anhand eines Zertifizierungseintrags beurteilen. Auch beim Laden scheint sich nichts zu ändern: Der 3C-Eintrag nennt für beide Modelle kabelgebundenes Laden mit 60 W, genau wie beim S26 Ultra. Man bekäme also wohl mehr Akku, der gleich schnell geladen wird. Das bedeutet vermutlich eine etwas längere Wartezeit bis zur vollen Ladung – ein kleiner, aber realer Preis.
Ein Zertifizierungseintrag ist ein Hinweis, kein Datenblatt. Die Fotos zeigen die Kapazitäten nicht, die Einheiten sind Vorserienmuster, und die Akkus im Handel können abweichen. Solange Samsung nichts anderes sagt, sind gedämpfte Erwartungen sinnvoll.
Unser Fazit
Wer ein Galaxy S26 Ultra besitzt, hat allein wegen des Akkus keinen Grund zum Umstieg; 14 % sind auf dem Papier spürbar, aber kaum lebensverändernd. Wer von einem älteren Samsung kommt oder überlegt, ob sich das Warten lohnt, findet im S27 Ultra offenbar die bessere Wahl als im Vorgänger, auch wenn der Marktstart noch nicht bestätigt ist. Ein aktueller Bericht deutet darauf hin, dass Samsung zum gewohnten Zeitrahmen im Januar/Februar zurückkehren könnte.
Wir wollen unabhängige Laufzeittests sehen, keine größere Zahl auf der Verpackung. Bis dahin gilt: Samsung beendet möglicherweise eine lange Stagnation bei der Akkugröße. Das ist erfreulich, aber noch kein Sieg.
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