Galaxy S27 Pro: Ein „Pro“ ohne den besten Chip ist ein Namensproblem
Sollten sich die Leaks bestätigen, behält Samsung den stärksten Snapdragon dem Ultra vor und stattet das Pro mit dem Standardchip aus. Der Abstand ist klein, das Signal nicht.
KI-generiertes Bild
Wenn ein Hersteller „Pro“ auf ein Smartphone schreibt, was soll man daraus schließen? Dass es das beste ist? Dass es die vernünftige Mitte ist? Samsung könnte diese Frage mit dem Galaxy S27 Pro unbequem machen.
Das sagen die Leaks. Import-Export-Einträge, die Notebookcheck entdeckt hat, nennen drei Chips für die gesamte Reihe, wie Phandroid zusammenfasst: S27 und S27 Plus mit Samsungs eigenem Exynos 2700, das Pro mit dem Standard-Snapdragon 8 Elite Gen 6 und der Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 nur im Ultra. GSMArena weist darauf hin, dass es sich um europäische Modelle handelt; für andere Regionen fehlt also noch die Bestätigung. Alles ist Gerücht, Samsung hat sich nicht geäußert.
Der Chipabstand ist klein. Die Botschaft nicht
Zunächst zur Fairness: Laut Phandroid teilen sich beide Snapdragon-Chips denselben Fertigungsprozess und dasselbe Design des Hauptprozessors. Der Extreme bringt vor allem eine stärkere GPU und zusätzliche KI-Hardware mit; Qualcomm nennt 44 % schnellere Grafik gegenüber 35 % beim Standardchip. Tom's Guide ergänzt, dass der Extreme 8K mit 60 fps aufnehmen kann, der reguläre Chip dagegen auf 30 fps beschränkt ist. Beim Scrollen, Streamen und den meisten Spielen dürfte das kaum jemand bemerken.
Einen nützlichen Realitätscheck gibt es auch. Der erste Test von Android Authority mit einem im Handel erhältlichen Smartphone mit dem Extreme-Chip, dem RedMagic 12 Pro, befand ihn für „schneller, als die meisten Nutzer je brauchen werden“, blieb aber hinter Qualcomms Referenzgerät zurück. Der praktische Vorteil des Premiumchips könnte also kleiner sein, als das Marketing nahelegt.
Das gilt aber in beide Richtungen. Wenn der Unterschied so gering ist, warum wird er dann vorenthalten? Unserer Ansicht nach liegt die Antwort nicht in der Technik, sondern in der Regalgestaltung. Ein Datenblatt, das dem Ultra eine klare, exklusive Trophäe gibt, macht das Ultra leichter zu rechtfertigen und das Pro eher zu einem „fast, aber nicht ganz“.
„Pro“ verspricht etwas, was das Datenblatt womöglich nicht hält
In der Smartphone-Welt hat „Pro“ Käufer darauf trainiert, das beste Silizium in einem etwas kleineren Gehäuse zu erwarten. Ist das S27 Pro ein Smartphone mit 6,5 Zoll und einem Chip der zweiten Reihe, leistet der Name vieles, was die Hardware nicht leistet. Das nennen wir ein Namensproblem: kein Skandal, aber eine Diskrepanz, die man erst nach dem Kauf entdeckt.
Es gibt eine wohlwollende Lesart, und sie ist nicht abwegig. Phandroid zitiert SamMobile, wonach das Pro Samsung erlaubt, Preise anzuheben, ohne den „ab“-Preis der Reihe zu erhöhen; einige Berichte nennen 1.399 $, genauso viel wie beim Galaxy S26 Ultra. Auch Speicher ist in diesem Jahr teurer. Ein günstigerer Prozessor könnte verhindern, dass diese Zahl weiter steigt. Diese Preisangaben sind Berichte, keine bestätigten Fakten.
Trotzdem lohnt der Blick darauf, wer profitiert. Das Kostenargument und das Upselling-Argument weisen in dieselbe Richtung: Das Ultra erscheint als einzige vollständige Antwort. Wir vermuten, dass Samsung mit beiden Erklärungen gut leben kann.
Was vor dem Kauf zu tun ist
Ein Grund zur Panik ist das nicht. Man sollte auf die offiziellen Spezifikationen warten, denn der Leak ist ein Datenbankeintrag, kein Datenblatt. Wer viel spielt oder Wert auf Spitzenvideo legt, findet den besten Chip im Ultra. Für alle anderen wird der Chip des Pro wohl nicht das sein, was sie bereuen.
Achten sollte man auf den Preis. Kostet das Pro fast so viel wie ein Ultra, obwohl es einen schwächeren Chip und laut weiteren Leaks Abstriche bei der Kamera mitbringt, bedeutet das Label „Pro“ nicht mehr „am besten“, sondern „zweitbeste“. Unser Urteil: Der Chip ist ein kleines Problem, der Name ein großes, und Samsung sollte das Pro entweder wie ein mittleres Kind bepreisen oder anders nennen.
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