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Apples iPhone Duo macht Marketing für Samsung

Samsung sagt, das Interesse am Galaxy Z Fold8 wachse dank Apples Foldable. Wir sehen das alte Muster: Apple legitimiert eine Kategorie, Rivalen ernten, bis Apple liefern kann.

Veröffentlicht
22. Oktober 2026
Lesezeit
3 min
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Was tut man, wenn man das heißeste Smartphone der Saison will und der Händler einen auf Januar vertröstet? Manche warten. Andere, so vermuten wir, schauen sich das Foldable an, das keinen Liefertermin im Januar hat. Das ist die für Apple unangenehme und für Samsung erfreuliche Geschichte dieses Oktobers.

Das ist passiert: Apples iPhone Duo für 1.999 Dollar ging am 16. Oktober in die Vorbestellung, und wie CNBC berichtet, war der Bestand zur Abholung am Starttag schnell ausverkauft, einige Lieferschätzungen rutschten auf Ende Januar. Samsung wiederum gibt an, dass Galaxy Z Fold8 und Z Fold8 Ultra in den ersten neun Wochen in Europa 45 % mehr verkauft wurden als das Fold7, laut GSMArena. Samsung verweist zudem auf ein stark gestiegenes Suchinteresse an seinen Foldables.

Apple muss nicht liefern, um die Kategorie zu verkaufen

Samsungs eigene Darstellung, so 9to5Google, bringt das wachsende Interesse am Fold 8 mit dem Duo in Verbindung. Stimmt das, musste das iPhone Duo keinen einzigen Kunden erreichen, um Menschen zu Foldables zu bewegen. Unserer Einschätzung nach könnte allein die Ankündigung gereicht haben.

Das ist Apples eigentliche Macht: nicht Erfindung, sondern Erlaubnis. Nabila Popal von IDC sagte gegenüber CNBC: „Es ist kein Durchbruch und keine neue Technologie, aber es kommt von Apple.“ Faltbare Android-Smartphones gibt es seit Jahren. Apple liefert dem Massenkäufer das Signal, dass dieses Format kein Gadget für Enthusiasten mehr ist. Samsung, das Skeptikern seit Jahren Foldables erklärt, kann davon profitieren.

Eine Einschränkung, die wir offen nennen sollten: Es ist Samsungs eigene Behauptung, und die 45 % beziehen sich auf Europa. Samsung hat allen Grund, diese Geschichte zu erzählen. Den ursächlichen Zusammenhang mit Apple halten wir für plausibel, nicht für bewiesen.

Knappheit ist Samsungs bester Verkäufer

Die zweite Zutat ist Apples Lieferproblem. Jede Speicherstufe zeigte binnen etwa einer halben Stunde dieselbe Lieferschätzung für den 25. Januar, so shattered.io. Apple nannte die Nachfrage „schlicht außergewöhnlich“, doch manche Beobachter meinen, der Ausverkauf spiegele eher knappe Produktion als überbordende Nachfrage. Counterpoint erwartet kurzfristig rund 6 Millionen Geräte oder weniger, bei einer installierten Basis von etwa 1,4 Milliarden iPhones.

Rechnen Sie als Käufer nach. Wer ohnehin mit einem Foldable liebäugelte: Die Lieferschätzungen des Duo reichen bis Ende Januar. Anfang des Monats entdeckte The Verge das Z Fold 8 mit 256 GB bei Amazon für 1.549,99 Dollar, zuvor 1.899,99 Dollar. Das liegt Hunderte Dollar unter dem Einstiegspreis des Duo. Für Ungeduldige ist diese Kombination aus unserer Sicht eine starke Versuchung.

Die Ernte hat ein Verfallsdatum

Nun zu dem, was Samsung Sorgen machen sollte. Die Prognose von IDC, wohlgemerkt eine Prognose und keine Tatsache, sieht die Duo-Auslieferungen im nächsten Jahr um weitere 70 % wachsen, mit rund 40 % Anteil am weltweiten Foldable-Markt, vor Samsung und Huawei. Analyst Anshel Sag sagte, der Preis von 1.999 Dollar, unter den von vielen erwarteten 2.400 bis 2.500 Dollar, deute darauf hin, dass Apple „viel Marktanteil will“.

Das Zeitfenster ist also real, aber wohl kurz. Sobald Apple die Produktion im Griff hat, kann sich der Halo-Effekt umkehren: Die Kunden, die Samsung sich vom Apple-Hype geliehen hat, könnten die ersten sein, die Apple zurückgewinnt, vor allem bestehende iPhone-Besitzer, die laut Analysten einen großen Teil der Duo-Käufer stellen dürften. Samsungs Stärke ist, dass es jetzt verfügbar ist; Apples Stärke sind das Ökosystem und das Markenzeichen.

Unser Urteil

Wer ein Foldable möchte und nicht im Apple-Ökosystem lebt, kann beim Fold 8 vernünftig zugreifen, besonders wenn ein Rabatt wie der von The Verge entdeckte noch verfügbar ist. Wer iPhone-Nutzer ist und das Duo will, sollte nicht aus Panik wegen der Warteschlange ein Samsung kaufen; Bloombergs Mark Gurman glaubt, dass Apple frühestens im November einen vernünftigeren Lagerbestand haben könnte, was seine Einschätzung ist und nicht von Apple bestätigt wurde.

Und Samsung? Genießen, aber Rückenwind nicht mit einem Burggraben verwechseln. Die Marke, die Jahre in den Aufbau der Kategorie investiert hat, profitiert derzeit von Apples Einstieg. Die Frage für 2027 lautet, ob sie diese Kunden halten kann, sobald Apple endlich genug Geräte zum Verkauf hat.

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