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Mobilsfera-Redaktion
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Apple räumt Displayproblem beim iPhone Duo ein. Jetzt muss die Garantiepolitik nachziehen

Ein Austauschangebot ist ein Anfang, keine Antwort. Apple schuldet Käufern ein Versprechen für alle, keine Schuldzuweisung an Nutzer und eine ehrliche Erklärung, warum die Displays brechen.

Veröffentlicht
28. Oktober 2026
Lesezeit
3 min
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KI-generiertes Bild

Ist es ein Rückruf, wenn niemand das Wort benutzt? Apple hat ein Problem mit dem Innendisplay einiger iPhone-Duo-Geräte bestätigt und tauscht sie aus. Das ist der richtige erste Schritt. Es ist aber auch der einfache, und der schwierige Teil liegt noch vor Apple.

Apple hat das Symptom beantwortet und die Ursache übergangen

Binnen Stunden nach dem Marktstart posteten Käufer Fotos von gesprungenen oder gestreiften Innendisplays in der Nähe des Scharniers, und der Name „Crackgate“ folgte. In Apples Stellungnahme, die appgefahren.de unter Berufung auf MacRumors zitiert, heißt es, man kenne ein Problem, das das Innendisplay „einer kleinen Zahl“ von Geräten betreffe, und Betroffene sollten sich für einen Ersatz an AppleCare wenden.

Eine Ursache steht in dieser Erklärung nicht. Chip berichtet, Apple habe nichts zum technischen Ursprung gesagt. iFixit vermutet nach einem Teardown das Scharnier. Firmenchef Kyle Wiens schrieb auf X, kleine Fertigungsabweichungen oder eindringende Partikel könnten das Display gefährden. Apple hat nichts davon bestätigt.

„Eine kleine Zahl“ ist eine Behauptung, keine Regelung

Wie viele Geräte betroffen sind, lässt sich nicht wissen, auch für Leserinnen und Leser nicht. Einige der kursierenden Bilder sind Berichten zufolge KI-generiert, das Ausmaß ist also unklar. Das gilt allerdings in beide Richtungen: Wenn Apple weiß, dass die Zahl klein ist, müsste ein Versprechen auf Abdeckung für alle leichtfallen.

An dieser Stelle würden wir das Angebot messen. Die bislang gemeldeten Sofortaustausche betreffen Leute, die das Problem am ersten Tag hatten. Das Duo ist ein Gerät, das laut heute.at bei 2.299 Euro beginnt. Wer im vierten Monat einen Displayausfall hat, sollte nicht darüber streiten müssen, ob der Riss ein bekanntes Problem oder ein Unfallschaden ist. Der Streit kann teuer werden: Das faltbare Innendisplay kostet in Deutschland laut Chip ohne AppleCare+ 1.149 Euro, und mit AppleCare+ bleibt eine Selbstbeteiligung von 99 Euro.

Einige Medien schreiben, der Ersatz sei auch ohne AppleCare+ kostenlos, andere gehen davon aus, er müsse auch für spätere Ausfälle gelten. Das sind Lesarten, keine schriftlichen Bedingungen. Apple sollte sie verbindlich festhalten: welche Symptome zählen, für wie lange, und ob der Fall eines Nutzers am Scharnier oder an den Gewohnheiten des Besitzers gemessen wird.

Das Schweigen zur Ursache ist das eigentliche Risiko

Ein Austausch repariert ein einzelnes Telefon. Er sagt nicht, ob das Ersatzgerät auf dieselbe Weise bricht. Nutzer beschreiben ein Knirschen oder ein Scharnier, das kurz vor dem Schaden nicht ganz richtig funktionierte, und appgefahren.de gibt die Theorie von iFixit wieder, dass ein zentraler Stützbalken im Scharnier womöglich nicht einfährt. Das ist eine Theorie, aber eine konkrete, und sie deutet auf Konstruktion oder Fertigung, nicht auf die Nutzer.

Unsere Einschätzung: Stammen Ersatzgeräte aus derselben Produktionslinie mit demselben Bauteil, ist der Austausch ein Lotterielos. Apple sollte sagen, ob der Fehler an einer Charge, einem Bauteil oder am Design liegt und ob sich neue Geräte unterscheiden. Ohne das klingt die Formulierung von der „kleinen Zahl“ eher nach Beruhigung für Investoren als für Kunden. Der auf dem Telegraph beruhende Bericht in der Kreiszeitung nennt das einen Rückschlag für den neuen Konzernchef John Ternus; wir würden ergänzen, dass sein Umgang damit mehr aussagen wird als die Hardware.

Unser Urteil

Apple hat das Minimum richtig gemacht: Das Unternehmen hat das Problem schnell eingeräumt und Ersatz angeboten. Das verdient Anerkennung. Glaubwürdig ist ein Programm aber erst mit drei Dingen: Abdeckung für jeden betroffenen Käufer, unabhängig vom Datum und vom AppleCare+-Status; ein Verbot, Nutzern Risse im Zusammenhang mit dem Scharnier anzulasten; und eine ehrliche Erklärung der Grundursache.

Wer bereits ein Duo besitzt, sollte jede Auffälligkeit am Display dokumentieren, den Kaufbeleg aufbewahren und sich lieber früh als spät an AppleCare wenden. Wer einen Kauf erwägt, wartet besser, bis Apple diese Bedingungen veröffentlicht. Chips eigener Test nennt es ein Produkt der ersten Generation, und die Regelung sollte dazu passen.

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