Das iPhone Duo verdient Bewunderung, doch die meisten sollten auf Generation zwei warten
Apples erstes faltbares Gerät wirkt wie richtig gute Hardware, doch ein hoher Einstiegspreis und noch nicht angepasste Apps machen Geduld zum klügeren Kauf.
KI-generiertes Bild
Kann ein Smartphone das Beste sein, was Apple seit Jahren gebaut hat, und trotzdem nicht das Gerät, das man an diesem Freitag kaufen sollte? Wir meinen: ja. Das iPhone Duo ist genau so ein Produkt: beeindruckend, ein wenig zu früh und mit einem Preis, der um seinen Wert weiß.
Die Fakten sind schnell erzählt. Apple hat die Vorbestellungen für sein erstes faltbares Modell am 16. Oktober geöffnet, der Verkauf beginnt am 23. Oktober. Apples eigener Newsroom-Beitrag beschreibt ein 5,4-Zoll-Außendisplay und einen Innenbildschirm, der 50 Prozent größer ist als beim iPhone 18 Pro Max, dazu ein Doppelakku-Design und einen A20-Pro-Chip. Die Tests sind diese Woche erschienen, und eine Kritik kehrt immer wieder: Apps, die nicht aktualisiert wurden, erscheinen laut MacRumors mit dicken schwarzen Balken.
Apple hat zu Recht gewartet, die Hardware zeigt es
Apple kam spät zu faltbaren Geräten, und die Verspätung wirkt diesmal wie eine Strategie statt wie eine Ausrede. Die ersten Urteile fallen wohlwollend aus: Der Test von CNN trägt die Überschrift „The iPhone Duo is Apple's coolest phone in years“. Die technischen Daten stützen die Begeisterung. Zugeklappt ist es ein Smartphone für die Hosentasche, aufgeklappt das dünnste iPhone aller Zeiten, mit 7,6-Zoll-Innendisplay und Split-View-Multitasking direkt in iOS.
Das ist wichtig, denn die größte Frage bei jedem faltbaren Gerät ist nicht, ob sich der Bildschirm biegen lässt. Entscheidend ist, ob der Knick etwas bietet, was ein normales Smartphone nicht kann. Zwei Apps nebeneinander zu nutzen, mit Siri neben dem, was man gerade tut, ist eine echte Antwort. Wir glauben, dass Apple sein Verkaufsargument gefunden hat.
Die Software ist nicht fertig, und man würde fürs Betatesten zahlen
Hier trennen wir uns vom Hype. Eine neue Bildschirmform ist nur so gut wie die Apps, die dafür gebaut sind, und am ersten Tag sind es viele noch nicht. Apple hat Entwickler eingeladen, für das Duo gebaute Apps einzureichen, doch das ist ein Startschuss, kein Ziel. MacRumors erwartet viele Updates von Drittanbietern „in den kommenden Wochen“ und sagt, die Kompatibilität sei in einigen Monaten „weitgehend behoben“. Wir halten das für eine faire Prognose und zugleich für ein Eingeständnis: Derzeit werden manche Ihrer täglichen Apps auf einem sehr teuren Gerät unbeholfen aussehen.
Schwarze Balken auf einem so teuren Smartphone sind nicht bloß ärgerlich, sie erschweren den Verkauf. Die gute Nachricht: Das Problem löst sich mit der Zeit. Einige Monate zu warten kostet nichts, und dann ist das Gerät, das man kauft, ein besseres, weil die Software drumherum besser ist.
Der Preis macht Abwarten zur vernünftigen Entscheidung
Der Preis ist der zweite Grund zur Vorsicht. In den USA nennt Apples Newsroom eine 24-Monats-Miete ab 57,99 $ pro Monat, vor Steuern und Inzahlungnahme-Guthaben. In Frankreich beginnt das Gerät laut iphon.fr bei 2.339 € für 256 GB und steigt auf 3.839 € für 2 TB. Ein Reddit-Beitrag zur Vorstellung nennt einen Einstiegspreis von 1.999 $, den wir aber nicht aus einer verlässlicheren Quelle bestätigen konnten; er ist daher mit Vorsicht zu behandeln. So oder so bewegen wir uns klar im Premiumsegment.
Einen Aufpreis für die erste Generation zu zahlen, ist für die meisten ein schlechter Tausch. Erstgenerationsprodukte tragen die Kosten für alles, was der Hersteller danach lernt: Verbesserungen am Scharnier, Feinschliff an der Software und wahrscheinlich ein besserer Preis, wenn sich Konkurrenz und Stückzahlen einpendeln. Dieser letzte Punkt ist unsere Prognose, keine Tatsache.
Es gibt eine Gruppe, für die ein Kauf jetzt sinnvoll ist: Menschen, die schon wissen, dass sie Split View täglich nutzen werden, die ein Altgerät mit echtem Gegenwert zur Inzahlungnahme haben (Apple nennt Guthaben von 175 $ bis 885 $, bei Netzbetreiber-Angeboten für geeignete Modelle bis zu 1.200 $) und denen ein paar raue Kanten nichts ausmachen. Für alle anderen ist die Rechnung einfach.
Unser Fazit
Bewundern Sie das Duo, lesen Sie die Tests und probieren Sie eines im Laden aus, sobald die Apps Zeit zum Aufholen hatten. Aber bestellen Sie nicht aus Angst, etwas zu verpassen, vor. Apple hat zu Recht gewartet, bis die Hardware bereit war; Sie können sich leisten, auf die Apps und die zweite Generation zu warten. Wer jetzt kauft, zahlt extra dafür, früh dran zu sein. Unserer Ansicht nach ist das selten ein gutes Geschäft.
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